Von alten Pfannen verprügelt

Wer hat Mobility? Wer fährt? Mit Schuhen oder barfuss? Und wieso kommt der E-Roller so schnell näher? 

Alles Fragen, die eigentlich nichts mit einem Kleinfeld-Cupspiel zu tun haben, weswegen wir von ganz vorne beginnen müssen. Am Sonntag, den 29.06 um 17:00, sollten die Herren des UHC Riehen gegen Rambazamba Merenschwand antreten. Schon früh war klar, dass ein Grossteil der riehener Erfahrung nicht mitreisen würde und die alterstechnisch untere Hälfte des Teams sich den Aargauern stellen muss. Je näher der Spieltag kam, desto mehr Riehener fielen zusätzlich aus, bis man schliesslich am Sonntagmorgen (Dank Edel-Rückkehrer Mangold) mit acht Feldspielern und zwei Goalies antreten wollte. Per Zug sollte die Reise bewältigt werden. Noch vor der Abfahrt ereilte die Edeltechniker aus Riehen die Nachricht, dass Torhüter Manuel Kissner aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit unmündigen E-Rollerfahrern bezüglich der Schweizer Strassenverkehrsordnung nicht spielfähig sei. In der Annahme, dass dies die letzte schlechte Nachricht des Tages sein sollte, fuhren die Ballkünstler aus dem Basler Grenzgebiet los. Doch kurz vor Aarau brachte uns ein Blick in die SBB-App dazu, den Zug sich selbst zu überlassen und auf das altbewährte Auto umzusteigen. Glück im Unglück: Zwei Riehener hatten noch ein verstaubtes Mobility Konto und am Bahnhof Aarau warteten bereits zwei Autos mit insgesamt elf Plätzen auf die zehn Plastikballfreunde. Somit kam man doch noch einigermassen Pünktlich in Merenschwand an und konnte den Fokus auf das anstehende Spiel rücken. 

Von Beginn an war klar, dass man sowohl numerisch als auch erfahrungstechnisch in der Unterzahl war, weshalb der Schlüssel zum Sieg eine starke Mentalität sein würde. Und genau eine solche zeigten die Riehener eineinhalb Drittel lange. Bis zur 36. Minute schraubte man sich, vor allem durch einen Olipey in seiner Prime, bis auf einen 6:1 Vorsprung hoch. Man hatte die Merenschwander im Griff, liess ihnen sehr wenig Möglichkeiten und kämpfte für den in diesem Spiel besonders wichtigen Ballbesitz. Im 3:3 war Riehen klar überlegen, das merkten auch die Aargauer. Deshalb entschlossen sie sich, dieses Spiel nicht mehr mitzumachen. Ab der 37 Minute ersetzten sie den Torhüter konsequent durch einen vierten Feldspieler und präsentierten ihre 1. Ligaerfahrung. Die Riehener wiederum wurden überrumpelt und schafften es nicht, sich dem neuen Spiel anzupassen und den Vorsprung zu halten, geschweige denn auszubauen. Auch nach der zweiten Drittelspause fand trotz Pausenanalyse Ball um Ball den Weg hinter die riehener Torlinie, bis das Spiel auf dem Kopf stand und die Merenschwander 9:6 vorne lagen. Darauf zeigte das junge Riehener Team doch eine starke Reaktion. Mit mehr Willenskraft als taktischer Finesse traf man noch dreimal, blöd nur, dass die Gegner ebenfalls noch einmal trafen. Die Bilanz im 4:3 Spiel der Riehener lag bei 0, somit musste man sich geschlagen geben und die Rückreise per Mobility nach Aarau antreten. 

Trotz frühem Cup-Aus kann dieses Spiel als wertvolle Lehre für die kommende Saison dienen. Sowohl bei der Effizienz als auch bei der Anpassung auf gegnerische Überzahlsysteme muss noch viel Arbeit geleistet werden. Den Gegnern gilt es zu danken für ein spannendes, faires und hochstehendes Spiel.

Autor: Gian Gaggiotti

Kader: Oliver Peyron, Joris Fricker, Reto Stauffiger, Jonas Baier, Jonin Plattner, Thierry Roth, Simon Mangold, Gian Gaggiotti

Tor: Andreas Waldburger

Coach: Aurelio Gaggiotti