Niederlage bei der Länderspiel-Premiere

Die Kleinfeld-Herren des UHC Riehen durften am vergangenen Samstagabend eine Premiere feiern und sich im Rahmen eines offiziellen Verbands-Wettbewerbs mit einem Vertreter aus dem Ausland messen. Der UHC Schaan aus dem Fürstentum Liechtenstein gastierte in der Riehener Niederholzhalle anlässlich des 1/32-Finalspiels des Ligacups, wie sich der Kleinfeld-Cup offiziell nennt.

Die Liechtensteiner dürfen seit jeher an den schweizerischen Meisterschafts- und Cupspielen mitwirken, da in ihrem Heimatland kein eigener Spielbetrieb organisiert wird – vergleichbar ist das Modell etwa mit dem FC Vaduz im Fussball. In der vergangenen Saison sind sie von der dritten in die zweite Liga aufgestiegen, haben also exakt den umgekehrten Weg gemacht, den das deutlich verjüngte und neu zusammengesetzte Riehener Team freiwillig gegangen ist.

Zu Beginn des Spiels war dieser Ligaunterschied allerdings nicht sichtbar. Riehen spielte frisch auf und konnte sich regelmässig dem hoch angreifenden Gegner durch geschicktes Passspiel entziehen. Dadurch öffneten sich in der Mittelzone Räume, die man bespielen konnte. So war es folgerichtig, dass zunächst Jephthah Sigg in der dritten und danach auch Aaron Feusi in der fünften Minute für die Riehener einnetzen konnten. Nach und nach stempelten auch die Gäste aus dem Ländle ein, scheiterten aber entweder am eigenen Unvermögen, am Pfosten oder aber am glänzend agierenden Michael Schweizer im Riehener Tor. Auch die Umschaltmomente gelangen den Riehenern im ersten Drittel deutlich besser, immer wieder konnten sie die Unordnung in der Schaaner Defensive beackern, und es war dem Teamsenior Marc Osswald vergönnt, das Score in der 12. und 14. Minute mit einem Konter-Doppelschlag auf 4:0 zu erhöhen. Danach waren aber sämtliche Akteure auf der Höhe des Geschehens, und es dauerte zweimal weniger als eine Minute, ehe die Liechtensteiner den ersten Treffern markierten, und Jonas Baier diesen direkt mit dem 5:1 beantwortete. Gegen Ende des Drittels gelang es den Riehenern aufgrund von einigen Unkonzentriertheiten etwas seltener, den Ball in den eigenen Reihen zu verwalten, und der Gegner konnte zwei Druckphasen in Tore ummünzen, sodass es zur ersten Drittelspause nur noch 5:3 aus Sicht der Hausherren stand. Aufgrund der Chancenanteile ging das Resultat aber durchaus in Ordnung.

Im zweiten Drittel wurde dann mit offenem Visier gespielt. Fehler gab es hüben wie drüben, und diese wurden konsequent ausgenutzt, ebenso wie das bis dahin einzige Powerplay zugunsten der Riehener. So stand es nach 38 Minuten bereits 9:9, bevor die Riehener zwei rabenschwarze Minuten mit drei Gegentoren einzogen. Doch noch blieben 20 Minuten Zeit, und ein Dreitore-Rückstand im Unihockey ist keine Hypothek, sondern höchstens eine kurzfristige Verbindlichkeit. Doch wenn nach der Drittelspause gleich nochmal drei Gegentore in exakt drei Minuten nachgeschenkt werden und es plötzlich 9:15 steht, gestaltet sich die Aufholjagd natürlich wesentlich komplizierter. Riehen nahm das Time-Out, um auf die jüngsten Entwicklungen zu reagieren, und tat dies fortan bei den sich bietenden Gelegenheiten mit vier Feldspielern und ohne Torhüter. Diese Massnahme brachte mitnichten den erhofften Wendepunkt, die Gäste verteidigten sich geschickt und nutzten die Riehener Unstimmigkeiten ohne jede Gnade aus. Als das zehnte Riehener Tor in der 49. Minute endlich fiel, standen auf der Anzeigetafel bereits 17 Treffer für die Liechtensteiner, und die Messe war gelesen. In den übrigen Minuten sah man des Öfteren abgeklärte Passstaffetten von der in Führung liegenden Mannschaft, aber auch ein Riehener Team, das weiter den Weg nach vorne suchte und noch ein paar weitere Tore erzielen wollte, was noch in einigen Kontersituationen resultierte. Eine solche Situation wurde von einem Riehener kurz vor dem Torschuss regelwidrig unterbunden, was Michael Schweizer im Tor die Gelegenheit gab, sich beim daraus resultierenden Penaltyschuss auszuzeichnen, was er in grossartiger Manier tat. Der Schlusspunkt blieb den Riehenern vorbehalten, die kurz vor (oder kurz nach?) der Sirene mit dem letzten Abschluss noch das 12:20 erzielen konnte. Der Ball wurde nicht mehr auf dem Mittelpunkt platziert, und so fand ein sehr faires und, den heiss-feuchten Bedingungen entsprechend, intensives Spiel ein Ende.

Die Cup-Saison der Riehener ist damit in der dritten Runde zu Ende, die leise Enttäuschung über fünf verkorkste Minuten war in der Garderobe spürbar, wich aber bald der Erkenntnis, dass man über weite Strecken mit einem oberklassigen Gegner mithalten konnte, für den Sieg fehlte aber doch etwas zu viel. Dennoch hat das Spiel und die Leistung viel dazu beigetragen, dass die Vorfreude auf die kommende Meisterschaft, die in wenigen Wochen beginnt, deutlich gestiegen ist.